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MIR HELFAT WO WIR KÖNNET

Die Turmuhr der evangelischen Kirche in Altbach schlug neunmal am Samstagmorgen, als sich auf dem Parkplatz über 50 fleißige Müllsammler versammelten. Gemeinsam sollte es dem Unrat im Ort an den Kragen gehen. Die verteilten gelben Westen markierten den Slogan der Markungsputzete: „Die andera machet solutions – mir helfat“.

Und darum ging es auch. Initiator Werner Kurz freute sich über das große Interesse: „Meine Erwartungen wurden übertroffen. Ich habe gedacht, dass circa 40 Helfer kommen werden.“ Er erklärte den Ablauf der Markungsputzete und warnte davor, gefährliche Gegenstände, wie zum Beispiel Spritzen, mit bloßen Händen anzufassen. „Scherben, spitze und schwere Gegenstände kommen in den Eimer, der Rest in die Säcke.“ In Zweiergruppen zogen die Freiwilligen mit Eimern und Müllsäcken bewaffnet in die elf verschiedenen Gebiete, um dort Abfall aufzusammeln. Die Gemeindeverwaltung stellte dafür zusätzlich Aufklaube-Stöcke zur Verfügung. Rund drei Stunden wurde an verschiedenen Ecken in der Gemeinde der Müll eingesammelt. An definierten Sammelstellen konnten größere Gegenstände deponiert werden. Am Schluss der Sammelaktion gab es für die Helfer zum Dank ein Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen.

Für Martin Funk war eine Teilnahme an der Aktion selbstverständlich: „Jeder soll mitmachen.“ Für ihn sei es kein Zwang, sondern eine freiwillige Verpflichtung zum Wohl der Gemeinschaft. Er wolle als Beispiel für die Bürger Altbachs vorangehen. Gunter Weiß, Pfarrer der evangelischen Kirchgemeinde, war mit ebenso viel Freude dabei. Er musste allerdings feststellen, dass er für die zur Verfügung gestellten gelben Westen zu groß sei, sagte jedoch trotzdem: „Da der Initiator Werner Kurz die Idee mit der Markungsputzete im Kirchgemeinderat vorbrachte, bin ich gerne mit dabei.“ Er erinnerte sich an das religiöse Motto aus den 1980ern – Bewahrung der Schöpfung. Weiß betont: „Dieses frühere Schlagwort zählt bis heute noch.“ So wurde in Altbach die Welt am Samstag wieder ein bisschen sauberer.

Quelle: Esslinger Zeitung, 01.04.2019.